Erkenntnisse aus dem ersten Nachhaltigkeitsbericht
Wir haben noch einen weiten Weg vor uns – insbesondere bei den ökologischen Zielen. Doch die Grundlagen sind gelegt und erste konkrete Schritte umgesetzt.

Mit der Verabschiedung ihrer Nachhaltigkeitsstrategie haben SKKG und Terresta 2024 die Grundlagen geschaffen, um ihre Tätigkeiten systematisch an ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Zielen auszurichten. Die Strategie definiert acht Handlungsfelder mit konkreten Zielsetzungen und Massnahmen. Nun wurde der Nachhaltigkeitsbericht erstmals veröffentlicht, als Teil des Jahresberichts der SKKG. Stefan Erzinger, Verantwortlicher Nachhaltigkeit, ordnet ein: «Unser Bericht dient uns primär als Arbeitsinstrument. Anhand von belastbaren Daten zeigt er uns, wo wir heute stehen und was noch zu tun ist.»
Gemischte Ausgangslage
Die Resultate zeichnen ein differenziertes Bild: In den sozialen und wirtschaftlichen Handlungsfeldern sind SKKG und Terresta insgesamt gut unterwegs. Im ökologischen Bereich hingegen stehen wir noch am Anfang. Das gilt insbesondere für das Immobilienportfolio, das den grössten Teil unseres ökologischen Fussabdrucks ausmacht.

«Es gibt gute Gründe, uns zuerst auf die Immobilien zu konzentrieren, wenn wir nachhaltiger werden wollen.»
Stefan Erzinger, Verantwortlicher Nachhaltigkeit der SKKG.
Erstmals wurde für die gesamte Organisation eine Treibhausgasbilanz erstellt. Sie beläuft sich auf rund 12’000 Tonnen CO₂ pro Jahr. Der Befund zeigt: Rund 95 % dieser Emissionen entfallen auf die Immobilien, die wichtigsten Beiträge kommen von den fossilen Heizungen (Scope 1) und den Baumaterialien (Scope 3). Ein Benchmarking durch REIDA bestätigt zudem: Die CO₂-Emissionen unseres Portfolios sind im Vergleich sehr hoch. Stefan Erzinger meint: «Daher gibt es gute Gründe, uns zuerst darauf zu konzentrieren, wenn wir nachhaltiger werden wollen».
Klimapfad definiert, Umsetzung gestartet
Basierend auf den Erkenntnissen hat Stefan Erzinger einen CO₂-Absenkpfad für die Immobilien definiert. Ein zentrales Ziel ist die vollständige Dekarbonisierung der Wärmeversorgung: Bis 2039 sollen sämtliche Öl- und Gasheizungen im Portfolio durch fossil-freie Systeme ersetzt werden. Dieses Ziel ist ambitioniert, aktuell befinden wir uns auf Kurs.
Für die Immobilien – und im geringen Umfang für die weiteren Aktivitäten der SKKG – verbrauchten wir 2025 rund 29ʼ600 MWh Energie, davon rund 75 % aus fossilen Quellen wie Öl und Gas.
Stefan Erzinger ist es ein Anliegen, dass unsere Liegenschaften auch bei heisserem Klima bewohnbar bleiben. Er sagt: «Wir müssen besonders ausgesetzte Wohnungen verschatten oder dämmen und unsere Aussenräume biodiverser gestalten, damit sie lebenswert bleiben».
Standards für Planung und Betrieb
Um Nachhaltigkeit künftig konsequent in unseren Bauprojekten zu verankern, wurde ein Leitfaden für nachhaltiges Bauen entwickelt. Er definiert Zielgrössen, unter anderem für Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen, und orientiert sich dabei am Klimapfad gemäss SIA 390/1.
Auch Aspekte wie die Flächeneffizienz werden berücksichtigt: Als Richtwert gilt ein Flächenverbrauch von 35 m² pro Person. Damit wollen wir sowohl ökologische als auch soziale Ziele erreichen. Stefan Erzinger formuliert es so: «Es ist eine Herausforderung, unsere Wohnungen so zu bauen und zu vermieten, dass der wertvolle Boden möglichst vielen Menschen zugutekommt, und dass möglichst diejenigen in den günstigen Wohnungen leben, die darauf angewiesen sind».
Bezahlbare Mieten bestätigt
Unsere soziale Verantwortung bleibt ein zentrales Anliegen. Eine externe Bewertung durch SOSDA bestätigt: 94 % unserer Wohnungen sind in der jeweiligen Gemeinde mit einem mittleren steuerbaren Einkommen bezahlbar. So wohnen in Terresta-Häusern Menschen aus sehr unterschiedlichen sozialen Schichten, was zu durchmischten Siedlungen und Quartieren führt. Was Stefan Erzinger beschäftigt: «Der Benchmark zeigt, dass wir heute gut dastehen. Mehr Zielkonflikte kommen, wenn wir künftig mehr Wohnungen sanieren und Neubauten erstellen. Denn dabei Ökologie, Soziales und Wirtschaftlichkeit unter einen Hut zu bringen, ist herausfordernd.»
94 % der von Terresta vermieteten Wohnungen gelten als bezahlbar gemäss dem Benchmark von SOSDA.
Fazit
Der erste Nachhaltigkeitsbericht macht deutlich: Die SKKG hat im Immobilienbereich noch einen weiten Weg vor sich – insbesondere bei den ökologischen Zielen. Doch Grundlagen sind gelegt, Ziele definiert und erste konkrete Schritte umgesetzt. Der Fokus liegt nun klar auf der Transformation des Portfolios: Emissionen reduzieren, Daten verbessern, Standards umsetzen und Erfahrungen aus Pilotprojekten nutzen.
Text
Ariel Leuenberger
Bilder
Goran Potkonjak
Micha Steinmann/TBS